Video: Wiederaufbau im Mehrgenerationenhaus

 

Bei einer Besichtigung des Mehrgenerationenhauses wird schnell deutlich, dass die alte Schule mehr ist als nur ein Gebäude.  Unter seinem Dach soll bald die Kita Arche Noah im Erdgeschoss untergebracht werden. Der Wiederaufbau ist dort bereits fortgeschritten, sodass die Kinder ab Frühjahr 2025 die neuen Räumlichkeit bespielen können.  Auch das Treppenhaus wurde saniert, die alten Bestandteile wurden ergänzt und der Baustil vor der Flut wiederhergestellt. Bald ist das Mehrgenerationenhaus wieder vollständig.

 

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Baustellen-Reportage: Mehrgenerationenhaus

Das Mehrgenerationenhaus in Bad Neuenahr ist der Ort, der Menschen im Stadtgebiet zusammenbringt. Ein Gebäude, welches ursprünglich als Schule diente, ist heute ein Ort für Begegnungen. Im Mehrgenerationenhaus treffen Menschen unterschiedlichen Alters aufeinander, Senioren begegnen Eltern und ihren Kindern. Jeder ist willkommen, unabhängig von Kultur, Geschlecht oder Religion. Der Schach-Treff teilt sich die Räume mit dem Französischkurs, der Nachbarschafts-Treff spielt Gesellschaftsspiele, unterschiedliche Themenschwerpunkte werden in Selbsthilfegruppen diskutiert.

Das Team, bestehend aus Leitung Marion Surrey,  Mitarbeiterin Monika Thurn sowie Bundesfreiwilligen und zahlreichen Ehrenamtlichen, arbeitet daran, den Gästen einen Ort von Gemeinschaft und Sicherheit zu ermöglichen. Herzstück des Mehrgenerationenhaus ist das Begegnungscafé. Dort treffen nicht nur unterschiedliche Generationen aufeinander, sondern auch verschiedenste Interessensgruppen. Der Austausch basiert auf einem vertrauensvollen Verhältnis, die Bedürfnisse des Einzelnen stehen im Vordergrund.

Dass die Gemeinschaft eine tragende Rolle in Bad Neuenahr-Ahrweiler spielt, ist spätestens seit der Flut mehr als ersichtlich. Auch das Mehrgenerationenhaus ist im Wiederaufbau. Zwar sind die Kellerräume und das Erdgeschoss noch nicht vollständig wieder nutzbar, trotzdem kehrt immer mehr Leben wieder in das alte Gebäude zurück.

Eine neue Fußbodenheizung ist bereits eingebaut worden und auch die Technik des Hauses wurde in die oberen Stockwerke verlagert. Die Bauarbeiten sollen an das Konzept des Hauses vor der Flut anschließen: große Fenster, Türen aus Glas und offene, lichtdurchflutete Räume schaffen eine Atmosphäre, in der es keine Barrieren gibt. Verschiebbare Trennwände, barrierefreie Wege und ein Aufzug sorgen dafür, dass alle Bürgerinnen und Bürger Zugang zum Mehrgenerationenhaus haben. "Wir hier im Haus arbeiten dafür, Bürgerinnen und Bürger miteinander zu verbinden. Wer Menschen nicht begegnen möchte, ist hier falsch", findet Marion Surrey. Schließlich stehen das miteinander Sprechen, das voneinandern Lernen und das gesellige Miteinander im Vordergrund.

Alte Bestandteile des Gebäudes werden bei den Renovierungsarbeiten mit den modernsten Standards verbunden. Deutlich wird das beispielsweise im Flurbereich der Kita, wo die alten, charmanten Fliesen erhalten bleiben und sich in das bunte Bild des Mehrgenerationenhauses einfügen. Erhalten bleiben auch die Fische aus dem Aquarium, die schon vor der Flut dort ihr Zuhause hatten. Sie sind nicht die einzigen tierischen Bewohner im Mehrgenerationenhaus: Auch die "Aquarien- und Terrarienfreunde Scalare" treffen sich im aktuell noch von Bauarbeiten betroffenen Untergeschoss des Gebäudes, wo sie ihre Fische pflegen. 

Aktuell findet der Tagesbetrieb der evangelischen Kindertagesstätte Bad Neuenahr "Arche Noah" flutbedingt im ersten Obersgeschoss sowie in einem Container statt, in Zukunft soll er jedoch ins Erdgeschoss ziehen. Die Toilettenanlagen werden momentan noch gebaut und die Küche wird fertiggestellt. 115 Kinder werden in Zukunft in den neuen Räumlichkeiten Platz zum Spielen finden. Neue Akustikdecken helfen, die Lautstärke möglichst gering zu halten. Schließlich soll jede Stimme im Mehrgenerationenhaus gehört werden. 

Dezember 2024