Auswertung der Wiederaufbau-Umfrage 2026

Fortschritte werden anerkannt, aber Ungeduld wächst

 

Rund 1600 Personen nahmen im Februar und März 2026 an der dritten Wiederaufbau-Umfrage der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler teil. Die Teilnahme war nicht nur online möglich, auch in zentralen Einrichtungen wie dem Bürgerbüro, dem Mehrgenerationenhaus oder der Stadtbibliothek luden Wahlurnen zur anonymen Teilnahme ein. Das #wiederbunt-Team war zusätzlich in den Innenstädten unterwegs, um dort mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Umfrage direkt ins Gespräch zu kommen. Nun liegen die Ergebnisse vor. 

Zusätzliche Informationen finden Sie in der offiziellen Pressemitteilung der Stadtverwaltung

Viel geschafft, aber es dauert zu lange

 

Die zweite große Wiederaufbau-Umfrage zeigt ein differenziertes Bild: Einerseits sagen inzwischen 63 Prozent der Befragten, dass beim Wiederaufbau bereits viel geschafft wurde. Damit liegt der Wert weiterhin deutlich über dem Niveau von der ersten Befragung 2024.

Andererseits finden nach wie vor beinahe vier von fünf Befragten (79 Prozent), dass der Wiederaufbau zu lange dauert. Auch die Zustimmung dazu, dass an vielen Stellen gleichzeitig gebaut wird, ist zurückgegangen: Nachdem dies im vergangenen Jahr noch drei Viertel der Menschen positiv bewertet hatten, stimmen aktuell noch 67 Prozent dieser Aussage zu.

Zentrale Ergebnisse

 

  • Fortschritte anerkannt, Tempo bleibt Kritikpunkt: 63 % sehen deutliche Fortschritte, gleichzeitig halten 79 % den Wiederaufbau weiterhin für zu langsam; die Zustimmung zu parallelen Baustellen sinkt.
  • Lebensgefühl weiterhin stabil positiv: Über 70 % fühlen sich wohl in der Stadt, vor allem dank Natur, Einkaufsmöglichkeiten und Wohnsituation.
  • Informationsstand verbessert, aber nicht für alle: Der Anteil ausreichend informierter Bürger steigt auf 41 %, jedoch fühlen sich insbesondere unter 30-Jährige weiterhin schlechter erreicht.
  • Unterschiedliche Bewertungen beim Wiederaufbau: Gute Noten gibt es für Infrastruktur und Grünanlagen, während Verkehr, Schulen und Kitas kritischer gesehen werden.

Positives Lebensgefühl auf stabilem Niveau

 

Gut sieben von zehn Befragten geben bei der Umfrage an, dass sie sich in Bad Neuenahr-Ahrweiler wohlfühlen. Damit bleibt das positive Lebensgefühl insgesamt stabil, auch wenn die Zustimmungs-Quote leicht unter dem Vorjahr liegt. Als wichtigste Gründe für ihr Wohlbefinden nennen die Befragten die Natur (51 %), Einkaufsmöglichkeiten (44 %) und die persönliche Wohnsituation (41 %, Mehrfachnennungen möglich).

 

Informationsbedürfnis nach wie vor hoch

 

Die Umfrage ist Teil der Kampagne #wiederbunt, in der die Kommunikations- und Dialogmaßnahmen der Stadt rund um den Wiederaufbau gebündelt sind. 2026 gaben vier von zehn Befragten (41 %) an, dass sie sich ausreichend über den Wiederaufbau informiert fühlen – ein spürbarer Anstieg gegenüber dem Vorjahr (35 %). Als Informationskanäle werden am häufigsten die Stadtzeitung (62 %), Facebook (33 %) und Instagram (31 %) sowie das Aufbau-Magazin (28 %) genutzt. Die jüngere Zielgruppe der unter 30-Jährigen fühlt sich bislang jedoch vergleichsweise uninformiert und manche Informationskanäle werden von ihr deutlich weniger genutzt als andere.

 

Die Themen Verkehr, Schulen und Kitas beschäftigen viele Menschen

 

Erstmals konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in diesem Jahr einzelne Bereiche des Wiederaufbaus mit Schulnoten bewerten. Die besten Bewertungen erhielten die Fortschritte bei der Versorgung mit Energie, Wasser und Abwasser sowie bei öffentlichen Einrichtungen und den Grün- und Parkanlagen. Kritischer fiel das Urteil bei der Verkehrsführung sowie bei Schulen und Kindergärten aus.

Gerade die Verkehrssituation beschäftigt viele Menschen besonders stark. Baustellen, Umleitungen und die Verkehrsführung wurden in den offenen Antworten am häufigsten genannt. Gleichzeitig zeigt die Umfrage aber auch, wie unterschiedlich die Erwartungen an die Mobilität der Zukunft sind:

Mehr als die Hälfte der Befragten wünscht sich bessere Radwege, 45 Prozent attraktivere Fußwege und Fußgängerüberwege. Mehr als ein Drittel fordert zusätzliche Parkmöglichkeiten. 41 Prozent finden außerdem, dass Verbesserungen für Radfahrer nur umgesetzt werden sollten, wenn dafür keine Parkplätze wegfallen.