Innenstadt Bad Neuenahr
Stadtteil Bad Neuenahr
Die Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler ist mit dem Wiederaufbau der Innenstadt Bad Neuenahr beauftragt. Zum "Quartier 1" gehören die Poststraße, die Kreuzstraße (im Abschnitt von Telegrafen- bis Hans-Frick-Straße), die Ahrstraße und der Platz an der Linde. Das Ingenieur-Büro Becker aus Bad Neuenahr-Ahrweiler arbeitet seit Februar 2022 an den Planungen und Entwürfen für den Wiederaufbau.
Platz an der Linde
Die bereits angekündigten Arbeiten am Platz an der Linde haben am 5. Oktober 2026 begonnen. Im ersten Schritt werden die durch die Flut zerstörten Bäume gefällt. Die Bäume, die durch den Ortsbeirat zur Verfügung gestellt wurden, werden an anderer geeigneter Stelle wieder eingepflanzt. Damit bleiben diese Bäume erhalten und können an einem neuen Standort weiterhin für eine Begrünung sorgen. Anschließend wird die bestehende Straßenoberfläche entfernt. Auf dieser Grundlage können die weiteren Arbeiten und der Wiederaufbau des Platzes an der Linde beginnen.
Entsiegelung und Begrünung
Auf dem Platz an der Linde
spielt die Begrünung eine zentrale Rolle: Geplant sind 13 neue Bäume, größere
Baumbeete sowie zusätzliche Pflanzflächen. Sie sorgen künftig für mehr
Schatten, eine bessere Verdunstung und eine spürbare Abkühlung des Platzes.
Ein weiterer Baustein des
Konzepts ist die Teilentsiegelung der Fläche durch den Einsatz von Kalksplitt.
Dabei handelt es sich um einen gebrochenen Naturstein, der sich besonders gut
als Wegebelag eignet. Im Gegensatz zu Asphalt oder herkömmlichem Pflaster kann
Regenwasser durch Kalksplitt besser im Boden versickern. So wird der
Regenwasserabfluss in der Innenstadt verbessert und die natürliche
Wasseraufnahme des Bodens gestärkt.
Zusätzlich wird das auf dem Platz
anfallende Oberflächenwasser in unterirdischen Zisternen gesammelt und
zwischengespeichert. Die Anlagen verfügen über ein Fassungsvermögen von rund
170 Kubikmetern, also etwa 170.000 Litern Wasser. Dieses Wasser wird später zur
Bewässerung der Baumbeete genutzt und trägt damit zu einer nachhaltigen Pflege
der neuen Grünflächen bei.
Die Zisternen erfüllen jedoch
noch einen weiteren wichtigen Zweck: Sie helfen dabei, sogenannte
Abflussspitzen zu reduzieren. Als Abflussspitze wird die maximale Wassermenge
bezeichnet, die während eines starken Regen- oder Hochwasserereignisses
innerhalb kurzer Zeit anfällt. Durch die Zwischenspeicherung des Regenwassers
kann dieser Spitzenabfluss gedämpft und besser kontrolliert werden. Vor
angekündigten Regenfällen werden die Zisternen gezielt entleert, sodass
ausreichend Kapazität zur Aufnahme neuer Wassermengen zur Verfügung steht.
Poststraße
Fertigstellung der Poststraße
Am Samstag, 6. Dezember 2025,
hatten Stadtverwaltung und Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft Bad
Neuenahr-Ahrweiler anlässlich ihrer Fertigstellung zur feierlichen Eröffnung
der Poststraße nach Bad Neuenahr eingeladen. Das #wiederbunt-Team hatte gemeinsam
mit den Gewerbetreibenden ein vielfältiges und stimmungsvolles Fest für die
ganze Familie organisiert, das viele interessierte Besucherinnen und Besucher
in die weihnachtlich dekorierte Straße lockte.
Bei der offiziellen Eröffnung um
11 Uhr betonte Bürgermeister Guido Orthen die besondere Bedeutung der
Poststraße als Herzstück der Bad Neuenahrer Innenstadt und als weiteren
zentralen Meilenstein im Wiederaufbau. Sein Dank galt auch den lokalen Einzelhändlern
und Gastronomen, die die Baumaßnahmen mitsamt den unvermeidlichen
Beeinträchtigungen in den vergangenen Monaten mitgetragen hatten. Zusammen mit
Innenminister Michael Ebling wurde die Straße feierlich eröffnet und konnte
anschließend direkt zum Bummeln, Einkaufen und Genießen besucht werden.
Auch das Informationsangebot kam
nicht zu kurz: An verschiedenen Stellen wurde anhand von Informationstafeln mit
vielfältigem Bildmaterial erklärt, welche Tiefbauarbeiten im Einzelnen in der
Poststraße durchgeführt worden waren, wie beispielsweise das Verfüllen der
Baugruben mit Flüssigboden. Im Sinne der Hochwasserprävention wurde das
Thema "Schwammstadt" bei den Planungen in den Fokus gerückt.
Demnach werden zum Beispiel Kleinzisternen (Regenwasser-Speichersystem)
verbaut und etliche Bäume neu gepflanzt. So sollen Flächen und Systeme
geschaffen werden, die große Mengen Wasser aufnehmen und nach und nach wieder
abgeben können. Auch der Gebrauch von regionalem Flüssigboden trägt durch seine
homogene Verfüllung und seine hohe Frühfestigkeit zu einer nachhaltigen,
qualitativ hochwertigen Innenstadt bei.
Schauen Sie sich auch unsere Baustellen-Reportage von der Fertigstellung der Poststraße an.
Wiederaufbau vom Platz an der Linde und der Kreuzstraße ist gestartet
Der Bauabschnitt 2 umfasst den Platz
an der Linde und die Kreuzstraße bis jeweils zur
nächsten Querstraße. Durch die Vorplanungen steht fest: der Platz an
der Linde soll deutlich grüner werden als zuvor.
Mehr Bäume sollen Platz finden, um das Stadtklima zu
verbessern. Auch 140 Sitzplätze in der Außengastronomie werden in
dem neuen Entwurf mitgedacht und integriert, die neue Beleuchtung wird den
Flair am Platz an der Linde mitbestimmen. Fahrradständer sind
ebenso in Planung wie 13 neue Bänke als Sitzmöglichkeiten. Die
geschädigte Brunnenanlage soll erneuert werden, in Zukunft
wird sie als bespielbare Fläche nutzbar sein. Schwammstadtelemente werden
Teil der Baumaßnahme sein und für den Wasserrückhalt in
Zukunft sorgen. Das Wegekreuz soll im Bereich der Kreuzstraße
wieder aufgestellt werden. Die Vorplanungen sind mit der ADD abgestimmt
und die Förderung der Straßenwiederherstellung liegt vor.
Die Arbeiten sind im März 2026
auf dem Teilstück Kreuzstraße zwischen Telegrafenstraße und Platz an der Linde
gestartet.
Die Förderanträge für das
Gesamtprojekt wurden am 3. Februar 2023 an die ADD und an das MKUEM gestellt.
Die ADD bewilligte die Fördermittel in einer Höhe von 3.304.511,00 € brutto am
23. August 2023. Das MKUEM bewilligte am 9. Oktober 2023 für sämtliche Kanalsanierungsmaßnahmen
im Quartier Fördermittel in einer Gesamthöhe von 2.296.747,49 € brutto.
Wiederherstellung der Ahrstraße
In Zuge der Umsetzung des 1.
Bauabschnitts erfolgten zuerst die Arbeiten am Kanal in der Ahrstraße;
gefolgt von Umverlegungsarbeiten an Gas- und Wasserleitungen. Die Wiederherstellung
der Ahrstraße, welche mit der Poststraße Süd den ersten Bauabschnitt
bildet, wurde im Dezember 2024 abgeschlossen.
Fußgängerinnen und Fußgänger können gemeinsam mit dem Anliegerverkehr die
Ahrstraße wieder vollständig nutzen. Neue Laternen wurden aufgestellt und fügen
sich gut in das übrige Erscheinungsbild ein. Zum Beginn der Pflanzzeit wurden
Hainbuchen mit zugehörigem Staudenbeet gepflanzt.
Im Informationsflyer der Stadtverwaltung finden Sie weiterführende Informationen.
Einschränkungen durch Kanalbauarbeiten
Der Wiederaufbau der Poststraße
und Kreuzstraße sowie des Platzes an der Linde in der Innenstadt von Bad
Neuenahr schreiten voran. Für die Arbeiten am Kanal im Kreuzungsbereich
Kreuzstraße / Telegrafenstraße / Weststraße ab Montag, 22. Juni eine
Vollsperrung im nördlichen Einmündungsbereich der Kreuzung erforderlich.
Während dieses Zeitraums ist eine
Durchfahrt durch die Telegrafenstraße nicht möglich. Das nördlich der Kreuzung
liegende Teilstück der Telegrafenstraße wird zur Sackgasse ohne
Wendemöglichkeit. Die Umleitung erfolgt über die Wolfgang-Müller-Straße und
Weststraße zum südlichen Teilstück der Telegrafenstraße. Um den Verkehrsfluss
sicherzustellen, wird für die Dauer der Maßnahme die Einbahnstraßenregelung in
der Weststraße aufgehoben.
Im Zuge der Bauarbeiten werden zudem in der nördlichen Telegrafenstraße vereinzelt Kanalhausanschlüsse erneuert. Hierdurch kann es abschnittsweise zu gesperrten Baustellenbereichen sowie temporären Parkverboten kommen. Die fußläufige Erreichbarkeit der anliegenden Gebäude wird jedoch jederzeit sichergestellt. Dies gilt insbesondere auch für alle Geschäfte und Gewerbebetriebe in der Telegrafenstraße, die sich weiterhin über Kundinnen und Kunden freuen.
Stand: September 2026
In der südlichen Telegrafenstraße beginnen am 26. Januar 2026 die Arbeiten zur Verlegung neuer Fernwärmeleitungen. Die Baumaßnahme wird voraussichtlich rund fünf Monate dauern. Weitere Hinweise zu diesen Bauarbeiten finden Sie in der Pressemitteilung der Ahrtal-Werke.