Im Bau

Grundschule Bad Neuenahr

Stadtteil Bad Neuenahr

Aktuell: Zur Beobachtung des Baufortschritts dokumentiert eine Live-Übertragung alle 10 Minuten ein Bild der Grundschule Bad Neuenahr. Außerdem finden Sie hier die Videoreportage zur Grundschule.

Die stark beschädigte Grundschule wird neu gebaut. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung im Februar 2023 einen 5-zügigen Neubau auf dem Grundstück der bisherigen Schule beschlossen. Zwischenzeitlich wurden die Planungsaufträge an die Architekten und die Fachplanungen seitens der Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft erteilt. Die Entwurfsplanungen wurden dem Stadtrat im November 2025 vorgestellt und einstimmig zur Umsetzung beschlossen. Die Entwurfsplanungen wurden bereits vom Schulträgerausschuss und vom Haupt- und Finanzausschuss beschlossen. Der Bauantrag bei der Kreisverwaltung wurde noch in 2025 gestellt, sodass die Arbeiten im Anschluss beginnen können. Geplant ist eine Fertigstellung im Sommer 2028.


Neubau oder Sanierung?

Die Grundschule Bad Neuenahr wurde bereits 1964 errichtet und entspricht dem klassischen Konzept einer Flurschule, wie es damals vielerorts in Deutschland umgesetzt wurde. Schon vor der Flut gab es Überlegungen, die Schule zu sanieren und gegebenenfalls durch einen Erweiterungsbau zu ergänzen. Nach verschiedenen Untersuchungen kam man damals zu dem Ergebnis, dass eine Sanierung wirtschaftlicher wäre als ein kompletter Neubau.

Die Flut im Juli 2021 hat diese Planungen jedoch grundlegend verändert. Sowohl das Untergeschoss mit der Mensa als auch das gesamte Erdgeschoss wurden überflutet. Dadurch war ein regulärer Schulbetrieb nicht mehr möglich. Anschließend wurden umfangreiche Gutachten und Variantenuntersuchungen durchgeführt. Das Ergebnis war eindeutig: Aufgrund der zusätzlichen flutbedingten Schäden wäre eine Sanierung nicht mehr wirtschaftlich gewesen. Deshalb hat sich die Stadt schließlich für einen Neubau entschieden.


Entwurfsplanung der Grundschule

Für den Neubau der Grundschule sollte ein geeignetes Planungsbüro über einen einstufigen, nicht-offenen, hochbaulichen und freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb unter dem Motto „zeitgemäßes und nachhaltiges“ ausgewählt werden. Ein innovatives pädagogisches Konzept wurde hierzu gemeinsam mit der Schulfamilie und den kommunalen Gremien entwickelt. Im Ideenteil sollten Konzepte zur Weiternutzung für einen Teil des Bestandsgebäudes untersucht werden. Im Juni 2024 identifizierte die Jury den Entwurf des Wettbewerbsteams bestehend aus dem Büro Behnisch Architekten (Weimar) und dem Landschaftsarchitekturbüro LILASp (Hamburg) als Siegerentwurf:

Der ausgewählte Entwurf sieht zwei miteinander verbundene, dreigeschossige Baukörper im Süden des Grundstücks der Schule vor. Der Schulhof soll dabei das gesamte Gebäude umfließen und Innen- und Außenbereich verbinden. Bei sinnvoll durchdachter Belichtung und Raumwahrnehmung sollen Verwaltung und Küche jeweils im Westen und Süden platziert werden, was eine optimale Ausrichtung der Mensa zum nördlichen Schulhof ermöglicht. Vorgeschlagen wird zudem eine Kombination aus Mauerwerk im Erdgeschoss und Holzskelettbauweise in den Obergeschossen.


Vorbereitung zum Neubau und aktuelle Pläne

Um Platz für den Neubau zu schaffen, muss zunächst der Südflügel der bestehenden Schule zurückgebaut werden. Dafür wurde bereits eine Interimsschule mit acht Containerklassenräumen an der Weststraße errichtet, in die die betroffenen Klassen umgezogen sind.

Der Südflügel wurde inzwischen vollständig entkernt. Der eigentliche Rückbau soll während der Sommerferien erfolgen, um Lärmbelastungen während des laufenden Unterrichts möglichst zu vermeiden.

Parallel dazu laufen Abstimmungen mit den Genehmigungsbehörden, insbesondere zum Brandschutz. Dieser Bereich hat zuletzt Einfluss auf den Zeitplan genommen. Sobald die finalen Genehmigungen vorliegen, sollen die Rohbauarbeiten beginnen. Insgesamt rechnen wir mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren.


Abbrucharbeiten

Am 14. Juli begannen offiziell die Abbrucharbeiten an der Grundschule. Wenige Wochen zuvor war bereits das Dach abgetragen worden.


Hochwasserschutzmaßnahmen

Der Hochwasserschutz ist eines der zentralen Themen des gesamten Projekts. Die Schule liegt in einem vorläufig festgesetzten Überschwemmungsgebiet, weshalb besondere Anforderungen erfüllt werden müssen.

Geplant ist eine Anhebung des Geländes um etwa 80 bis 90 Zentimeter. Dadurch wird die neue Schule höher liegen als das bestehende Gebäude. Der Fußboden des Erdgeschosses wird oberhalb des zukünftigen HQ100-Niveaus angeordnet und damit vor einem statistisch hundertjährlichen Hochwasser geschützt sein.

Zusätzlich sind Schutzmaßnahmen gegen Starkregen vorgesehen, beispielsweise an den Eingängen. Da das Gebäude im Überschwemmungsgebiet errichtet wird, war außerdem ein umfangreiches wasserrechtliches Genehmigungsverfahren notwendig. Die entsprechenden Berechnungen konnten nachweisen, dass die erforderlichen Retentionsflächen auf dem eigenen Grundstück geschaffen werden.



Stand: August 2026

Grundschule Bad Neuenahr
Weststraße 27
Stadtteil Bad Neuenahr